Dieses Zitat von Franz Kafka trifft den Nagel auf den Kopf. Der Standort der größten Bankstelle und Zentrale der RLB in der Adamgasse hat Tradition. Wer in Innsbruck aufgewachsen ist, kennt den kurzen Weg vom Bahnhof zur Innenstadt. Er führte schon immer an dem Gebäude der Bank vorbei, war klein und stufig, aber direkt. Dieser Insider wird immerhin von rund 12.000 Menschen pro Tag genützt. Der Weg also, der schon lange so entstanden war, wird aufgegriffen und weiterentwickelt. Die Entscheidung statt abzureißen, lieber abzutragen, zu erhalten, wieder- oder weiterzuverwerten ist nicht nur der Beibehaltung des statischen Konzepts geschuldet, sondern auch der Nachhaltigkeit. Hier entseht eine moderne Arbeitswelt – und viel mehr – rund um ein Bestandsgebäude aus den 1970er Jahren.
Die RLB Tirol fährt aus ihrer Haut. Der Vergleich aus der Tierwelt passt, denn so wie Schlangen ein Leben lang wachsen und regelmäßig ihre Haut erneuern müssen, bleibt auch das Bankgebäude seinem Ursprung treu und wirft Altes ab, um in neuer Gestalt zu erscheinen. Die tragende Struktur des Bestandsgebäudes wurde sorgfältig freigelegt und bildet das Rückgrat der neuen Architektur vom Büro Pichler und Traupmann Architekten.
Die Beratung bleibt selbstverständlich das Wesentliche, doch das Umfeld, in dem sie stattfindet, muss sich weiterentwickeln. Die Gestaltung ist daher bewusst offengehalten: Statt hermetisch abgeschotteter Bankräume entstehen Orte, die zum Verweilen und Interagieren einladen. Darüber hinaus greift die Raiffeisen-Landesbank Tirol die Idee auf, sich als Gastgeberin zu positionieren. DAS RAIQA ist im Gegensatz zu früher nicht nur Headquarter einer Bank, es ist ein neues Quartier in Innsbrucks Mitte, das hybrid genutzt wird und für die Öffentlichkeit viel Raum für Begegnung schafft. Es ist ein Hotel. Und ein Raum zum Verweilen mit allem, was dazu gehört. DAS RAIQA ist die RLB Tirol, genauso wie Gastronomie, Hotel, Shops, Kunst- und Veranstaltungsfläche – es ist ein Konzept, das nicht nur den Bankkund:innen, sondern der gesamten Stadt zugutekommt.
Wir unterstützten die RLB Tirol von Anfang an. Jahre vor dem eigentlichen Projektentscheid berieten wir bereits zu möglichen Strategien und der Weiterentwicklung des Bestandsgebäudes bzw. alternativer Varianten. Dann wurden die Weichen gestellt:
Ein Gebäude funktioniert erst dann, wenn es für die Menschen, die es nutzen, wirklich passt. Deshalb setzen wir in unseren Projekten möglichst auf maximale Partizipation: Drei Nutzer:innengruppen mit insgesamt rund 45-50 Mitarbeitenden gestalteten aktiv mit – bei einer Belegschaft von ca. 400 Personen ein starkes Zeichen für echte Partizipation.
Von der frühen Bedarfsanalyse bis zur Belegungsplanung wurden Bedürfnisse ermittelt, diskutiert und in Architektur und Ausstattung übersetzt. So entsteht eine Arbeitswelt, die Beratung und Zusammenarbeit optimal unterstützt – offen, flexibel und mit hoher Aufenthaltsqualität.
DAS RAIQA ist mehr als ein neu gedachtes Bankgebäude – es ist ein städtisches Konzept. Ein Konzept, das sich auf einem verwertungsorientierten Rückbau gründet, das heißt, dass jedes einzelne Bauelement erfasst und so weit als möglich einer Wiederverwertung zugeführt wurde. So sorgt der Mix aus Bank, Hotel, Gastronomie, Shops und Kultur für eine Belebung, die nicht nur weit über den ursprünglichen Standort hinausgeht, sondern auch im Zusammenspiel von Kreislaufwirtschaft und Sozialwirtschaft Mehrwert stiftet.
Wir tragen dazu bei, dass die Bank im DAS RAIQA nicht nur architektonisch, sondern auch organisatorisch und praktisch funktioniert. Hier entsteht nicht einfach ein neues Bankgebäude – hier entsteht ein lebendiges Quartier mit Strahlkraft für Innsbruck.