Raiffeisen-Landesbank Tirol* Innsbruck | Österreich
DAS RAIQA: Wie aus einer Bank ein neues Quartier für Innsbruck entsteht

Eine moderne Arbeitsweltgestaltung, offene Unternehmenskultur, nachhaltig wirksame Architektur und städtebauliches Potenzial – das ist die Vision des neuen Quartiers rund um die Raiffeisen-Landesbank (RLB) Tirol in Innsbruck: DAS RAIQA. Vor allem aber ist es die Geschichte einer Transformation. Ein 50 Jahre altes Einzelgebäude wird zu einem Quartier der Vielen.

Zeitraum

2019-2025

Fläche

38.000 m²

Mitarbeiter:innen

ca. 400

„Ein lebendiger Treffpunkt für Menschen, Unternehmen und Ideen.“ Die Bank schafft mit "DAS RAIQA" Raum für die Öffentlichkeit und wertet den populären Durchgang von Bahnhof in die Innenstadt stark auf. © Pichler und Traupmann Architekten (pxt) | Visualisierung @ Patricia Bagienski-Grandits

 

"Wege entstehen dadurch, dass man sie geht."

Dieses Zitat von Franz Kafka trifft den Nagel auf den Kopf. Der Standort der größten Bankstelle und Zentrale der RLB in der Adamgasse hat Tradition. Wer in Innsbruck aufgewachsen ist, kennt den kurzen Weg vom Bahnhof zur Innenstadt. Er führte schon immer an dem Gebäude der Bank vorbei, war klein und stufig, aber direkt. Dieser Insider wird immerhin von rund 12.000 Menschen pro Tag genützt. Der Weg also, der schon lange so entstanden war, wird aufgegriffen und weiterentwickelt. Die Entscheidung statt abzureißen, lieber abzutragen, zu erhalten, wieder- oder weiterzuverwerten ist nicht nur der Beibehaltung des statischen Konzepts geschuldet, sondern auch der Nachhaltigkeit. Hier entseht eine moderne Arbeitswelt – und viel mehr – rund um ein Bestandsgebäude aus den 1970er Jahren.

Vom Bankhaus zum Begegnungsraum

Die RLB Tirol fährt aus ihrer Haut. Der Vergleich aus der Tierwelt passt, denn so wie Schlangen ein Leben lang wachsen und regelmäßig ihre Haut erneuern müssen, bleibt auch das Bankgebäude seinem Ursprung treu und wirft Altes ab, um in neuer Gestalt zu erscheinen. Die tragende Struktur des Bestandsgebäudes wurde sorgfältig freigelegt und bildet das Rückgrat der neuen Architektur vom Büro Pichler und Traupmann Architekten.

Bernhard Herzog, Geschäftsführer bei M.O.O.CON

Wie kann sich eine Bank neu erfinden und wie kann sie sich öffnen? Wie kann sie von der Atmosphäre eines Hotels profitieren und auch darauf Bezug nehmen und dennoch Vertraulichkeit in dieser Offenheit bewahren? Bei der Beantwortung dieser Fragen durften wir an vielen Stellen mitwirken.

Die Beratung bleibt selbstverständlich das Wesentliche, doch das Umfeld, in dem sie stattfindet, muss sich weiterentwickeln. Die Gestaltung ist daher bewusst offengehalten: Statt hermetisch abgeschotteter Bankräume entstehen Orte, die zum Verweilen und Interagieren einladen. Darüber hinaus greift die Raiffeisen-Landesbank Tirol die Idee auf, sich als Gastgeberin zu positionieren. DAS RAIQA ist im Gegensatz zu früher nicht nur Headquarter einer Bank, es ist ein neues Quartier in Innsbrucks Mitte, das hybrid genutzt wird und für die Öffentlichkeit viel Raum für Begegnung schafft. Es ist ein Hotel. Und ein Raum zum Verweilen mit allem, was dazu gehört. DAS RAIQA ist die RLB Tirol, genauso wie Gastronomie, Hotel, Shops, Kunst- und Veranstaltungsfläche – es ist ein Konzept, das nicht nur den Bankkund:innen, sondern der gesamten Stadt zugutekommt. 

Strategie, Struktur, Partizipation

Wir unterstützten die RLB Tirol von Anfang an. Jahre vor dem eigentlichen Projektentscheid berieten wir bereits zu möglichen Strategien und der Weiterentwicklung des Bestandsgebäudes bzw. alternativer Varianten. Dann wurden die Weichen gestellt:

  • Bedarfsplanung für die neue Arbeitswelt der RLB Tirol: Was braucht die Bank der Zukunft? Welche Flächen und Räume für welche Tätigkeiten und wie lassen sie sich flexibel anpassen an zukünftige Veränderungen?
  • Workplace- und Beratungswelten. Vom Konzept zur konkreten Umsetzung: Welche Arbeitsumgebungen unterstützen die Beratung und den Austausch am besten?
  • Vorprüfung der Wettbewerbsbeiträge: So stellten wir sicher, dass die finalen Entwürfe für die Flächen der RLB Tirol den tatsächlichen Anforderungen entsprachen.
  • Belegungs- und Möblierungsplanung: Praktikabilität, Atmosphäre und Zukunftsfähigkeit in Einklang bringen.

Viel Partizipation: Nutzer:innen gestalten mit

Ein Gebäude funktioniert erst dann, wenn es für die Menschen, die es nutzen, wirklich passt. Deshalb setzen wir in unseren Projekten möglichst auf maximale Partizipation: Drei Nutzer:innengruppen mit insgesamt rund 45-50 Mitarbeitenden gestalteten aktiv mit – bei einer Belegschaft von ca. 400 Personen ein starkes Zeichen für echte Partizipation. 

Von der frühen Bedarfsanalyse bis zur Belegungsplanung wurden Bedürfnisse ermittelt, diskutiert und in Architektur und Ausstattung übersetzt. So entsteht eine Arbeitswelt, die Beratung und Zusammenarbeit optimal unterstützt – offen, flexibel und mit hoher Aufenthaltsqualität. 

Ein offenes und nachhaltiges Konzept für die Zukunft

Wir verstehen DAS RAIQA als lebendiges Quartier im Herzen der Stadt (…) das gemeinsam genutzt und gemeinschaftlich entwickelt wird.

Christof Splechtna, Vorstandsmitglied RLB Tirol

 

DAS RAIQA ist mehr als ein neu gedachtes Bankgebäude – es ist ein städtisches Konzept. Ein Konzept, das sich auf einem verwertungsorientierten Rückbau gründet, das heißt, dass jedes einzelne Bauelement erfasst und so weit als möglich einer Wiederverwertung zugeführt wurde. So sorgt der Mix aus Bank, Hotel, Gastronomie, Shops und Kultur für eine Belebung, die nicht nur weit über den ursprünglichen Standort hinausgeht, sondern auch im Zusammenspiel von Kreislaufwirtschaft und Sozialwirtschaft Mehrwert stiftet.

Wir tragen dazu bei, dass die Bank im DAS RAIQA nicht nur architektonisch, sondern auch organisatorisch und praktisch funktioniert. Hier entsteht nicht einfach ein neues Bankgebäude – hier entsteht ein lebendiges Quartier mit Strahlkraft für Innsbruck.

Projektteam

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Rita Engbert

Bernhard Herzog

Judith Henle

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