Das Verwaltungsgebäude, ein nach den Plänen von Kurt Hlaweniczka (Wirtschaftsuniversität Althanstraße, Wohnpark Alterlaa, AUVA) und Hannes Lintl (AKH, Donauturm) errichtetes „Landmark“ in Wien, hat das Ende seines Lebenszyklus erreicht. Wesentliche haustechnische Anlagen und Fassadenteile müssen erneuert werden. Genauer gesagt: Eine umfassende Sanierung und Erneuerung von Fassade, Heizungs-, Kühlungs- und Lüftungssystem, Elektrotechnik, Brandschutzeinrichtungen, Aufzugsgruppen und Teile des Ausbaus (Boden, Decken und Wandsysteme) ist unumgänglich. Das Gebäude wird zu großen Teilen entkernt.
Darüber hinaus möchte sich die PV sowohl als Arbeitgeberin als auch als Dienstleisterin weiterentwickeln. Für den größten Pensionsversicherungsträger des Landes, mit 5,6 Millionen Versicherten, haben Attraktivität für und Zufriedenheit der Kund:innen und Mitarbeitenden hohen Stellenwert. Mit einem modernen, tätigkeitsorientierten Arbeitskonzept will man die hohe Produktivität und Motivation der Angestellten auch in Zukunft erhalten. Das einladende, neue Kundendienstzentrum, das nach neuesten Erkenntnissen konzipierte Zentrum für ambulante Rehabilitation sowie das geplante Konferenzzentrum werden für eine völlig neue Form der Offenheit und Transparenz in der PV sorgen.
Schließlich wird das Gebäude auch zukunftsfit gemacht und auf den neuesten Stand der Technik gebracht, um als Leuchtturm für nachhaltige Bestandssanierungen zu wirken.
So viel zum Vorhaben und zu den Zielen dieses Großprojekts. Doch unser Auftrag hat vor Jahren ganz woanders begonnen: Nämlich beim Erarbeiten einer Machbarkeitsstudie im Jahr 2017. Sie sollte zuallererst den Umfang der Sanierung und Modernisierung klären und prüfen, ob die Ziele der PV im Bestandsgebäude erreichbar sind. Nach einer umfassenden Bewertung und Einbindung aller relevanten politischen Entscheidungsträger folgte im Jahr 2020 ein Update und die Detaillierung der Studie, um die Vorhaben anschließend direkt umsetzen zu können.
Die schiere Größe und Komplexität der Aufgabe, bedingte eine EU-weite öffentliche Ausschreibung für die Projektsteuerung und das -management, die wir gemeinsam mit Drees & Sommer für uns entscheiden konnten.
Der Gebäudekomplex umfasst rund 120.000 Quadratmeter und beherbergt heute mehr als 2.000 Mitarbeiter:innen. Die Sanierung eines Baus dieser Epoche ist immer mit unvorhersehbaren baulichen und technischen Überraschungen gespickt. Ein sorgfältig ausgewähltes, solides Projektteam, das an einem Strang zieht, ist also ein wichtiger Erfolgsfaktor.
Durch ein von uns geleitetes Vergabeverfahren – ein 2-stufiges EU-weites Verfahren – zur Beschaffung eines Generalplaner-Teams wurde die ARGE Karl und Bremhorst Architekten ZT GmbH und Delta Podsedensek Architekten ZT GmbH mit der Planung des Umbaus beauftragt.
Was ist der beste Weg, um unvorhersehbare Hürden am Weg so eines Großprojekts zu überwinden? Egal, ob Corona-Pandemie oder Themen zum Denkmalschutz, die uns als Projektteam ziemlich gefordert haben – das Erfolgsrezept war und ist die gemeinsame und partnerschaftliche Suche nach Lösungen.
Um der hohen Verantwortung bei Bau- und Sanierungsprojekten der öffentlichen Verwaltung gerecht zu werden, legen wir ein besonderes Augenmerkt auf eine stabile, transparente und partnerschaftliche Projektorganisation und -kommunikation. Entscheidungen in einem lange etablierten Verwaltungsbetrieb benötigen gute Vorbereitung und Zeit. Andererseits gibt es bei Projekten dieser Größenordnung immer wieder Unwägbarkeiten und Komplikationen, die eine schnelle Kommunikation bedingen. Die hinzukommende, erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit der zuständigen Ministerien, der Presse und der Versicherten sind herausfordernd.
Der Schlüssel zum Erfolg ist es, alle Projektbeteiligten partizipativ zu integrieren, offen zu kommunizieren – und dies auch von allen gleichermaßen einzufordern – sowie ein wasserdichtes Projekt- und Qualitäts-Controlling zu etablieren.
Die Pensionsversicherung möchte künftig auch als Vorzeigebeispiel für ökologische Nachhaltigkeit gelten. Das beginnt beim Bau mit einer neuen, hocheffizienten Fassadenkonstruktion, ökologischen Baumaterialien und hochwertigen Wärmedämmsystemen und endet bei einer Photovoltaik-Anlage am Dach und verschatteten, begrünten Dachflächen. Das alles wird in Summe die CO2-Emissionen ordentlich drücken und der sommerlichen Überhitzung entgegenwirken.
Das neue Arbeitskonzept, das Mitarbeiter:innen die nötige Flexibilität in ihrem Tun bieten wird, ist ein starkes Zeichen für das Bekenntnis der PV als moderne, sowohl auf Produktivität als auch Gesundheit und Wohlbefinden bedachte Arbeitgeberin. Eine Trendwende in der Attraktivität für Versicherte werden die neuen Bereiche für Kund:innen darstellen: Offen, freundlich und hell (und natürlich barrierefrei) wird sich der Standort mit neuem Kundendienstzentrum und dem Zentrum für ambulante Rehabilitation präsentieren und damit auch die gesteckten sozio-kulturelle Nachhaltigkeitsaspekte umsetzen.
Der Abbruch hat im August 2024 begonnen. Durch ein 2-stufiges EU-weites Verhandlungsverfahren wurde ein Generalunternehmen beauftragt. Die ARGE STRABAG und Equans Gebäudetechnik ist nun am Zug und wird das Vorhaben bis Herbst 2027 in die Realität bringen.
Wir bleiben gemeinsam mit Drees & Sommer eng an Bord und steuern den „Dampfer“ weiter an sein Ziel. Während der Bau Zug um Zug entsteht, detaillieren wir gemeinsam mit der Pensionsversicherung die Ausgestaltung der neuen Arbeitswelt, kümmern uns um Belegungs- und Möblierungsplanung und schließlich um den Einzug der 2.000 Mitarbeitenden in ihren „alten, neuen“ Verwaltungsstandort.